Bericht zur Spirit of Speyside Festivalreise 2016

Am 28 April war es wieder soweit. Eine Gruppe von 18 Kölnern (und Berlinern) machte sich auf den Weg zum Spirit of Speyside Whiskyfestival nach Schottland. Eigentlich sollte es schon einen Tag früher losgehen, aber die Verdi entschied sich für einen Streik und legte einfach mal die Flughäfen Deutschlands und andere Infrastruktur lahm, und verursache so einen gigantischen volkswirtschaftlichen Schaden ohne erkennbare Not. Durch viel Organisation und zuverlässige Partner in Schottland konnten jedoch viele Programmpunkte gerettet werden.

Schon am Anreisetag machten wir am Nachmittag unseren ersten Stopp in der Speyside Distillery nähe Kinguissie. Eine sehr kleine, feine Destillerie, malerisch gelegen zwischen dichten Bäumen und einem kleinen Fluss. Masterdestiller Andrew gab uns eine fachkundige Führung durch die noch klassisch von Hand betriebene Destillerie, welche normalerweise für Besucher nicht zugänglich ist. Eine besondere Ehre für die Kölner Truppe, dass für das zum anschließenden Tasting CEO John Harvey McDonough und Managing Director Patricia Dillon extra angereist waren. Gestärkt nach einigen hervorragenden Abfüllungen dieser feinen und nach Besitzerwechsel wieder neu am Markt befindlichen Destillerie, ging es weiter zu Auchroisk nähe Keith in der Speyside. Dort fand am Abend die offizielle Eröffnung des diesjährigen Festivals statt. Eine Fasslager, der im Besitz von Diageo befindlichen Destillerie, war mit atemberaubenden Aufwand in einen Festsaal unter einem leuchtenden Sternenhimmel verwandelt worden. Begrüßt wurde unsere Gruppe von Festival Chairman James Campbell und Festivalleiterin Pery Zakeri. An geschmackvoll eingerichteten Banketttischen wurden die Gäste mit je einem Destillery Manager einer Speyside Destillerie platziert. Es gab die Möglichkeit zum fachkundigen Austausch und zur Probe der von den Managern mitgebrachten Whiskys. Eine schöne Idee war, dass die Destillery Manager nach und nach die Tische wechselten. Dazu gab es ein 3-Gänge Menü mit traditionellen schottischen Speisen. Abgerundet wurde der Abend mit einem Ceilidh, dem klassischen Tanz in Schottland.

Müde von einem langen Tag aber glücklich über das Erlebte, sanken die Teilnehmer am späten Abend in Ihre Betten im 1663 erbauten Cullen Bay Hotel an der Nordküste der Speyside. Die Schönheit unseres Hotels wurde den Teilnehmern spätestens am Morgen bewusst, als wir uns im Wintergarten zum Frühstück trafen und dort den Ausblick aufs offene Meer genießen durften.

Nach einer Führung durch die Strathisla Distillery kamen wir am Mittag zu einem der Höhepunkte der Festivalreise. Einem Tasting mit den weltbekannten Whiskyexperten Dave Broom und Charles MacLean. Die Beiden waren trotz mäßig geheizten Räumen sehr entspannt und unterhielten uns mit einem einerseits sehr fachkundigen aber auch äußerst amüsanten Vortrag. Sie spielten sich gegenseitig die Bälle zu und hatten offensichtlich viel Spaß. Die gebotenen Whiskys waren allesamt vom Feinsten. Einige nicht für den Markt bestimmte Einzelfassproben von Macallan und Glefiddich, sowie 21 Jahre und 28 Jahre alte Whiskys von Benrinnes oder Glenrothes. Zum Abschluss lehrte Dave Broom kurzerhand eine ganze Flasche Macallan Single Sherry Cask in einen traditionellen Quaich, welcher dann die Runde machte.

Nach einem Besuch der Lynn Wasserfälle in Aberlour und einem amüsanten sowie köstlichen Tasting mit Berry Bros & Rud, ließen wir den Abend mit einem Konzert von Charly Mckerron ausklingen.

Nur in Schottland ist die Kombination aus international bekannten Music acts, einem Whiskyfestival von Weltruhm und der Atmosphäre eines Dorffestes in der tiefsten Eifel, möglich. Für Teilnehmer die das erste mal dabei waren eine großartige Erfahrung.

Auch die nächsten Tage boten einige tolle Programmpunkte. So z.B. ein Besuch der eigentlich nicht öffentlich zugänglichen Glenrothes Distillery samt Führung durch den sehr eloquenten Brands Director Ronny Cox und einem anschließenden Tasting mit Martine Nouet und dem Thema „Combining Music & Whisky“. Hierbei versuchten Cox und Nouet eine Verbindung zwischen Bob Dylan, Jazz und Glenrothes Whisky herzustellen.

Sehr exklusiv für die Gruppe von Scotia Spirit war ein Abend mit Murray McDavid. Ein unabhängier Abfüller welcher sich auf das Finishing und Vatting hochwertiger Whiskys spezialisiert hat. David Simpson (Head of Whisky Creation) führte uns in die Tiefen seines, in der alten Coleburn Distillery gelegenen Fasskeller und öffnete auch das ein oder andere Fass für die direkte Verkostung. Für die folgenden Stunden hatten sich David und Brand Ambassador Dean Jode einiges für uns einfallen lassen. So gab es ein Tasting mit den herausragenden Whiskys von Murray McDavid, ein dreigängiges Menü und Livemusik. Unter anderem mit dem heute 84 Jahre alten, ehemaligen Mayor der Dufftown Pipeband.

Wieder ein rundherum gelungener Abend.

Am Sonntag besuchten wir dann die obligatorische Whisky Fair. Eine kleine, feine Messe in der Dufftown Townhall. Wenn auch der Eine oder Andere mit leicht skeptischem Blick die kleine, eher dörflich wirkende Halle betrat, so kamen nach Stunden doch Alle mit strahlenden Gesichtern wieder heraus. Auf der Messe trafen wir unter anderem auf den unter Scotia Spirit Kunden bekannten Paul Smith mit seinen ganz Besonderen Abfüllungen.

Direkt im Anschluss ging es zu einem Tasting mit Whisky, Bier und Food. David MacDonald, Besitzer der SpeyValley Brewery führte durch dieses kulinarisch einmalige Event. Von großem Vorteil war dabei, dass David nicht nur erfahrender Brauer ist sondern im ersten Beruf auch Stillman bei Cardhu. Genauer gesagt, war. In diesem Jahr gab er seinen sicheren Job im Diageo Konzern auf ums sich ganz auf Bierbrauen zu konzentrieren. Am 28. Mai wird er dann in Köln sein und wir wollen gemeinsam ein Whisky & Bier Tasting durchführen.

Am späteren Abend durften wir dann bei dem diesjährigen Abschluss Ceilidh dabei sein. Welches auch gleichzeitig die Preisverleihung des Spirit of Speyside Whisky Award war. Schon eine Woche vorher durfte erstmals in der Geschichte des Festivals eine Gruppe aus Köln für die sechs Finalisten in drei Kategorien stimmen. In Köln bei Scotia Spirit. Die Vorauswahl wurde von einer schottischen Fachjury durchgeführt. Da knapp 40 Whiskys eingereicht wurden und jede Vorauswahl blind verlief, also ohne Wissen was im Glas ist, war es doch recht spannend und auffallend, dass gleich drei Whiskys aus der Glenfiddich Distillery in die Endauswahl kamen. Und siehe da, alle Drei gewannen den jeweilig ersten Platz in ihrer jeweiligen Kategorie. Und auch die 56 Kölner Teilnehmer hatten mehrheitlich Ihre Stimme allen drei Glenfiddichs gegeben.

Am Montag folgte dann noch eine sehr ausgiebige Führung durch die Glen Moray Distillery. Spirit of Speyside Vorstand Linda Mellis hatte durch gute Kontakte einige Türen geöffnet. So konnten wir die für die Öffentlichkeit noch nicht freigegebene, neue und erst im Januar in Betrieb genommene Erweiterung bestaunen und im Anschluss einige wirklich großartige Whiskys im Warehouse direkt aus dem Fass verkosten. Dazu gehörte ein 10 Jahre alter Glen Moray aus einem Cognacfass sowie ein 28 Jahre alter Whisky welcher für fünf Jahre in einem Madeirafass lagern durfte. Zum Abschluss unseres Speysideaufenthaltes waren wir noch zu einem Abendessen im Beggers Belief. Dort wurde eigens für uns von David und Bruce gekocht. Deren preisgekrönte Fischsuppe Cullen Skink, frischer Ofenlachs und als Dessert ein Sticky Toffee.

Die Rückfahrt endete zunächst in Schottlands Hauptstadt Edinburgh. Dort bestand für einen halben Tag und einen Abend die Möglichkeit die Stadt zu erkunden, ein oder zwei leckere schottische Craftbeers zu genießen und köstlich in Hadrian’s Resturant im altehrwürdigen Balmoral zu speisen. Dann ging es per Flugzeug zurück nach Köln.

 


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