Unterschätzte Vielfalt: Armagnac von Darroze

Authentische Qualität, jahrzehntealte Abfüllungen zu fairen Preisen, unendliche Vielfalt: Armagnac hat großes Potenzial. Vielen ist das bislang nicht bewusst. Die so urfranzösische wie unterschätzte Spirituose lebt ein Schattendasein. Das will Francis Darroze und sein Sohn Marc verändern

Als Schatzsucher durchstreifen die unabhängigen Abfüller des renommierten Hauses Darroze seit 1974, gemeinsam seit 1996, die Landschaft. Die Suchobjekte? Besondere Armagnacs. Das Gespür für den einfach gebrannten Weinbrand wurde Francis in die Wiege gelegt: Der Sohn eines berühmten Küchenchefs wuchs mitten im besten Anbaugebiet auf – dem Bas-Armagnac.

Armagnac ist die älteste dokumentierte französische Spirituose und durch die Appellation d’Origine Contrôlée geschützt. Nur in drei Anbaugebieten der Gascogne, im Südwesten Frankreichs, dürfen die Rebstöcke für authentischen Armagnac wachsen: Bas-Armagnac, Haut-Armagnac und Ténarèze.

Etwa vierzig Weingüter aus dem Kerngebiet des Bas-Armagnac tragen zu der außergewöhnlichen Sammlung des Hauses Darroze bei. Deren Destillate kauft Darroze entweder mittels eines mobilen Brenners, der nach der Ernte seine Runden dreht, oder bereits fassgelagert. In den hauseigenen Kellern des Abfüllers werden diese oft seltenen, mehrere Generationen alten Fässer oder Branntweine von kleinen Produzenten perfektioniert. Für den Reifeprozess nutzt Darroze Fässer aus dem Holz der Gascogner Schwarzen Eiche oder Steineiche. Sie sind typisch für die Herstellung von Armagnac - ebenso wie die Weißweinreben Ugni Blanc, Baco Blanc, Colombard und Folle Blanche. Mindestens 4 Jahre, in den meisten Fällen jedoch deutlich länger, reifen die Eaux-de-vie des Hauses Darroze ihrem Gleichgewicht zwischen Aromen, Tanninen und Alkohol entgegen. Ihre fertigen Armagnacs füllen Vater und Sohn stets unverfälscht ab – ohne Zuckerzusatz oder Farbstoffe, meist auch in Fassstärke. Neben der Reihe Biologic aus biologisch angebauten Trauben und dem an Cocktailfreunde und Mixologen gerichteten Blanche-Armagnac-Trio besteht das Sortiment vor allem aus den Produktlinien Les Grands Assemblages und Unique Collection. Die Armagnacs der Reihe Unique Collection sind Ausdruck einer Mission: kompromisslos authentische Armagnacs produzieren, die ihr Terroir in einem konkreten Jahrgang geschmacklich abbilden. Die Vielfalt an Crus, Jahrgängen, Rebsorten und Stilen in seinen Reifekellern ermöglichte Marc Darroze, die Reihe Les Grands Assemblages ins Leben zu rufen. Die Armagnacs in jeder Assemblage (dt. „Verschnitt“) wurden aufgrund ihrer sich ergänzenden Eigenschaften ausgewählt und sind von unterschiedlichem Alter. Die Altersangabe auf der Flasche gibt dabei das Alter des jüngsten verwendeten Armagnacs an. Die Reihe in Trinkstärken von 42-43% vol. spannt den aromatischen Bogen von den fruchtigen jüngeren Assemblages über ältere Branntweine mit Noten von Schokolade und Kaffee bis hin zu Gewürzen und kandierten Früchten bei Qualitäten ab 30 Jahren.

Mit seinen 20 Jahren feiert Les Grands Assemblages 20 die Blütezeit seines Daseins. Der Armagnac zeigt sich entsprechend lebendig mit einem schönen Charakter: Der Alkohol ist gezähmt, die Tannine verfeinert und die Aromen nehmen Gestalt an. Der beste Armagnac, um Genießer an lange gereifte Abfüllungen heranzuführen.

Grand Assemblage 12 ans d'age  46,90 € (Angebot)
Grand Assemblage 20 ans d'age Armagnac Darroze  76,90 €
Chateau de Gaube 1972 200ml Armagnac Darroze  69,90 €
Chateau de Lahitte 1982 200ml 52,90 €
Domaine de Paguy 2005/2022 82,90 €

Rede nicht über den Preis, trinke was Dir gefällt!

Über Whisky sollte man nicht allzu lange sprechen. Man sollte Ihn trinken. Und dafür wurde er ja auch gemacht. Schon gar nicht sollte man über seinen Preis reden. Auch hier sollte der Geschmack entscheiden. Ist er preisgünstig, hast Du Glück gehabt, dass Dir dieser Whisky schmeckt. Ist er teuer, hoffen wir, dass Du ihn Dir leisten kannst.

Und dennoch wird aktuell viel über Preise gesprochen. Preise die steigen. Preise die in Auktionen explodieren. Es wird über Steigerungsraten wie an der Börse gesprochen. Über Investment, Preisspiralen, Teuerungsraten …. Was ist da eigentlich los? Tatsächlich ist die Antwort nicht so einfach. Es gibt viele Faktoren die eine Rolle spielen:

Zunächst muss man sagen, dass Whisky im Grundsatz eigentlich zu billig ist. Kostet z.B. eine Flasche Hendricks Gin im Durchschnitt 40,00 Euro, kostet eine Flasche Glenfiddich 12 Jahre im Durchschnitt nur 30 Euro. Beide Produkte kommen aus dem Familienunternehmen William Grant & Sons. Während Gin industriell gebrannt wird und sofort als klare Spirituose abgefüllt werden kann, wird der Single Malt von Glenfiddich zu 100% aus gemälzter Gerste in traditionellen Kupferbrennblasen gebrannt und muss mindestens 12 Jahre in einem Eichenfass reifen. Rohstoff und Herstellungsprozess sind dabei teurer als beim Gin. Dazu kommen Kosten für Fass und Lagerung. Und dennoch ist er rund 25% preisgünstiger als der Gin.

Oft wird unterschätzt, was es heißt einen 10, 12 oder gar 18 Jahre alten Single Malt Whisky herzustellen. Daher sind Preissteigerungen im Grunde angemessen, wenn man berücksichtigt was andere, vor allem klare Spirituosen kosten.

Doch für die aktuellen Preissteigerungen gibt es unterschiedliche Gründe. Zunächst sind die mit der Herstellung verbundenen Kosten durch Brexit, Pandemie und Weltlage in vergangener Zeit deutlich gestiegen. So sind z.B. die Preise für Kartonagen um teilweise 40% gestiegen. Transportkosten sind gestiegen und natürlich die Importkosten durch den Brexit. Auch wenn es ein Freihandelsabkommen mit GB gibt, was keine Zölle vorsieht, so entstehen dennoch immense Kosten für die Zollrechtliche Abwicklung.

Dann sind besonders bei älteren Whiskys Preiszuwächse festzustellen. Whiskys welche über 20 Jahre alt sind wurden Ende der 90er oder Anfang des neuen Jahrtausends destilliert. Zu diesem Zeitpunkt konnte jedoch die heutige hohe Nachfrage nicht vorhergesehen werden. Damit werden aktuell  Whiskys im Alter von 21 -24 Jahren oder darüber hinaus immer rarer und damit teurer. Und um das Lager wieder zu füllen braucht es eben 21 – 24 Jahre.

Ein weiterer Faktor ist der Sekundärmarkt. Hier findet das sogenannte „Flipping“ statt. Flipper verkaufen einen Whisky unmittelbar nach dem Kauf auf einer online Plattform teurer weiter. Teilweise werden die Flaschen vom Anbieter bereits auf Plattformen zum Verkauf angeboten, bevor er sich selbst eine sichern konnte. Dadurch steigen insbesondere die Preise für Sammlereditionen oder limitiere Abfüllungen. Nicht nur ärgerlich für diejenigen, welche Whisky lieber trinken als sammeln, sondern auch diejenigen, die sie gerne sammeln würden, aber zu spät gekommen sind.

So schrieb „Whiskyexperts“ kürzlich in einem Artikel über das Thema: „Händler überlegen sich die Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit, wenn sie Flaschen, die sie zum Preis A angeboten haben, schon 24 Stunden später zum Preis von A*2 auf Handelsplattformen sehen – und wenn sie selbst den Whisky zum erlebten Marktwert von A*2 anbieten, als geldgierig beschimpft werden“

Auch die Finanzbehörden sind mittlerweile auf diese Situation aufmerksam geworden und befürchten nicht unerheblichen Steuerverlust und nehmen an, dass  auf diese Art jede Menge Schwarzgeld gewaschen werden könnte. Tatsächlich will die Europäische Union mit neuen Gesetzten gegensteuern.

Nicht zu Letzt sind da noch die Hersteller, insbesondere die großen Spirituosenkonzerne, welche aufgrund der sichtbaren Wertsteigerungen der Whiskys und des Abverkaufs auf dem Sekundärmarkt mitverdienen wollen und daher Ihrerseits die Preise anheben.

Ein besonders extremes Beispiel ist jüngst der Hype um Springbank. Nachfragen und Preise explodieren. Die verfügbare Menge bleibt gering. Die Standardabfüllungen haben Ihren Preis innerhalb der ersten Monate des Jahres mehr als verdoppelt. Sonderabfüllungen werden teils zum drei- bis vierfachen Preis auf dem Sekundärmarkt gehandelt. Trinkt da noch jemand Springbank?

Die gute Nachricht ist, dass auf Grund der hohen Nachfrage das Angebot an Whisky (Scotch Whisky) so groß ist, dass sich trotz aller Preissteigerungen immer noch reichlich bezahlbare Abfüllungen finden lassen. So z.B. bringt Bacardi den neuen 13 Jährigen Craigellachie Armagnac Cask für rund 50,00 Euro auf den Markt. Hunter Laing füllt unter seiner neuen Reihe McCraes Einzelfassabfüllungen in Fassstärke für angenehme Trinkpreise ab. Auch ältere Whiskys sind noch für unter 150,00 Euro zu haben. Aber hier wird das Eis langsam dünner, bzw. die Verfügbarkeit limitierter.

Am Ende bleibt nur die alte schottische Weisheit:

„Whisky is made for drinking, and life is too short to drink cheap Whisky!“

(PK)

DIE SPIRITUELLE HEIMAT DES SCOTCH WHISKY

Lindores Abbey

Die Destillation fand an dieser Stelle offiziell dokumentiert bereits im Jahre 1494 statt, obwohl dies höchstwahrscheinlich schon viel früher geschah. Wir wissen dies aufgrund des frühesten schriftlichen Hinweises auf Scotch Whisky (oder Aqua Vitae, wie er damals genannt wurde), der in der Exchequer Roll des gleichen Jahres erscheint. Es wurde ein Friar John Cor, ein Lindores-Mönch, erwähnt, der von König James IV beauftragt wurde, „eight bolls of malt“ in Aqua Vitae umzuwandeln. „8 bolls of malt“ entsprechen in der heutigen Zeit etwa 500 kg und hätten ausgereicht, um etwa 400 Flaschen Whisky von heute herzustellen. Im Jahr 2017 begann der Geist wieder aus den kupfernen Brennblasen in der Lindores Abbey Distillery zu fließen, und der erste Single Malt Whisky wird 2021 auf den Markt gebracht. Wir lernen so viel wie möglich von den großen schottischen Brennereien in unserer Vergangenheit und Gegenwart und von anderen, die viel weiter entfernt sind, und freuen uns darauf, einen sehr modernen Ansatz für die Whiskyherstellung in diese antike Stätte zu bringen. Das Wasser für unseren Whisky stammt aus einem Bohrloch in der Nähe der Brennerei, damit schöpfen wir aus dem gleichen Vorrat wie bereits die Mönche im Jahre 1494. Die Gerste wird in Fife angebaut, gemälzt und dann in einem konventionellen Bottich eingemaischt. Die Ausstattung der Brennerei wurde von der renommierten Firma Forsyths of Rothes. Im Juni 2019 begannen wir mit der Verwendung des Gerstensorte Concerto, der auf zwei amgrenzenden Bauernhöfen angebaut wird. Die Felder waren ursprünglich Gebiete der Abtei. Die Gärung erfolgt in traditionellen hölzernen Washbacks, die von Joseph Brown aus Dufftown geliefert wurden.
Es sind drei kupferne Forsyths Potstills installiert: eine große Wash Still und zwei kleinere Spirit Stills, die einen größeren Kupferkontakt bei der zweiten Destillation ermöglichen und einen sauberen und delikaten Geschmack im Spiritus erzeugen.

Der erste Single Malt kommt Ende August in Köln an!

Lindores Abbey Commemorative First Release 96,90 €
Lindores Abbey Distillery - MCDXCIV (1494) 46,90 €
Lindores Abbey Distillery - MCDXCIV 200ml 20,90 €
Lindores Abbey Distillery - New Make Spirit 20cl 17,90 €
Lindores Abbey Aqua Vitae 41,90 €

The Amber Light mit Dave Broom | DVD 18,90 €

The Amber Light ist Whisky Roadmovie. Dave Broom, Autor verschiedener Whisky Bücher und Spirit of Speyside International Ambassador, reist von Glasgow über Islay zur Speyside und von Fife bis nach Edinburgh. Immer begleitet von einem fulminanten Soundtrack verschiedener Bands und Musiker aus Schottland, die den Zuschauer mitnehmen in die faszinierende Welt des schottischen Whiskys.

News im Mai:

Die Scotch Malt Whisky Society hat die Zusammenarbeit mit Scotia Spirit intensiviert. Ab April 2020 sind wir offizieller Partner der SMWS für alle Tastings in Köln und Umgebung! Starttermin für das erste offizielle SMWS Tasting ist der 01. April 2020 Anmeldung über uns auch als Nichtmitglied möglich. Als Mitglied kann die Anmeldung auch über SMWS erfolgen.

Top Nachricht: Craig Fyfe ist neuer SMWS Ambassador!

Besonders gefreut hat uns die Nachricht, dass sich die Scotch Malt Whisky Society für Craig als neuen Ambassador entschieden hat.

Craig ist schon seit Jahren eng vertraut mit den Abfüllungen der SMWS und hat sich bei den Kunden von Scotia Spirit und bei lokalen Mitgliedern  einen guten Ruf als SMWS Kenner erarbeitet.

So macht es Sinn, Craig, welcher bereits viele Tastings bei Scotia Spirit durchführt, auch zum Referenten für die Scotch Malt Whisky Society zu machen. Zumal ab 01. April 2020 ohnehin alle Tastings der Society in den Tastingräumen von Scotia Spirit stattfinden!

DVD Neuerscheinung:

Scotch - A Golden Dream

SCOTCH – A GOLDEN DREAM ist die Geschichte von Jim McEwan, Brennmeister und Whisky-Legende. In seiner über 50-jährigen Karriere hat er es vom Auszubildenden zu einem der bekanntesten Gesichter der Branche geschafft. Gekrönt wurde sein Werdegang mit der Übernahme der brachliegenden Bruichladdich Distillery auf seiner Heimatinsel Islay, die er zu neuem Weltruhm geführt hat. In einer Reihe persönlicher Interviews mit ihm und einigen der wichtigsten Köpfe der Whiskybranche wie u. a. Dr. Bill Lumsden (Glenmorangie), Georgie Crawford (Lagavulin), Richard Paterson (The Dalmore) und dem Whisky-Experten Charles MacLean werden die Geschichte des und Geschichten um das „Uisge Beatha“ (gäl.: Wasser des Lebens) mit Leben erfüllt.

DVD - Deutsch/Englisch Limited Ed. 85 min 19,90 €


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